Bundesliga; Club 360°; Studiengebühren in Bayern; Kreisgebietsreform; Sexismus

Bundesliga:

Letzte Woche Samstag war ich in Augsburg und habe mir das Spiel Augsburg – Schalke angesehen. Zum Spiel lässt sich nicht viel sagen. Es war ein sehr amüsantes 0-0, in dem Augsburg einen Tick besser war. Für mich war dieses Spiel eher eine Mutprobe. Als BVB-Anhänger stand ich in der Schalke-Fankurve. Deshalb war es auch sehr amüsant. Ein Kollege von mir, der Schalke-Fan hatte mich zu diesem Spiel eingeladen.

Zwei Dinge muss ich dazu aber noch loswerden:

Das Stadion von Augsburg machte einen sehr schönen Eindruck.  Es ist eine kleine und schicke Fußballarena. Es wäre schön, wenn in Jena bald sowas Ähnliches stehen würde.

Die zweite Sache betrifft Tobias Werner. Es war schön, ihn mal wieder live in Action zu sehen und ich fand, dass er außer dem Torabschluss ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Es ist immer wieder schön, Menschen in der ersten Liga zu sehen, mit denen man früher beim FC Carl Zeiss Jena mehr oder weniger zusammen gearbeitet hat. Das betrifft auch Nils Petersen. Ich bin froh, dass er von den Bayern erst einmal weg ist. Bremen passt viel besser zu ihm. Das belegen nicht nur die zwei schönen Tore, die er am Freitag gegen Hannover geschossen hat.

Nils und Tobi – macht weiter so!

In der Meisterschaft hat sich leider nicht viel geändert. Bayern spielt leider einen konstanten und erfolgreichen effizienten Fußball. Solange der FCB weiter so spielt, muss man das einfach neidlos anerkennen.

Aber trotzdem hat der Spieltag etwas zu bieten gehabt. Der Tabellenletzte Fürth gewann durch ein Tor in der Nachspielzeit auf Schalke. Das war eine große Überraschung. Mir tut der neue Schalke Trainer Keller leid. Es ist schlimm, dass man einen Trainer keine echte Chance gibt. Die Medien und die Fans machen ihn fertig, obwohl erst zwei Pflichtspiele stattgefunden haben. An der derzeitigen Krise ist er wohl am wenigsten Schuld. Wenn man eine Person kritisieren muss, ist das der Horst Heldt. Er lässt Holtby, einen zentralen offensiven Mann, schon im Winter ziehen und holt als Ersatz den Außenspieler Bastos. Die Konsequenz: Draxler, ein sehr junge Spieler, wird im zentralen Mittelfeld ins kalte Wasser geworfen. Das kann nicht sofort funktionieren! Der Junge war einfach überfordert und seine Auswechslung absolut richtig. Das Pfeifen der Fans kann ich daher einfach nicht nachvollziehen. Ich hoffe, dass die Schalker sich nächste Woche erholen und die Bayern in der Allianz-Arena in München besiegen.

Einen Knaller gab es dann gestern dennoch. Das Spitzenspiel Leverkusen gegen den BVB. Dieses hat den Namen Spitzenspiel absolut verdient. Es war von beiden ein sehr schöner Offensivfußball mit sehr hohem Tempo zu sehen. Mich hat dieses sprichwörtlich von den Socken gehauen und am Schluss war ich erleichtert, dass der BVB mit 3-2 gewonnen hatte. Denn Leverkusen hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Wenn diese zwei Mannschafte konstant in der Rückrunde diese Leistung abrufen, könnte es vielleicht doch nochmal spannend in der Liga werden.

 

Club 360°:

Letzte Woche Samstag war in nicht nur in Augsburg unterwegs. In der Nacht ging ich mit Freunden in den Club 360° in Nürnberg. Mir ist dieser Club mit seinem angeblich guten Elektro-Style empfohlen worden. Leider war dem nicht so.

Komme ich erst einmal zum Positiven: Der Eintritt war für einen Samstag-Abend in Nürnberg mit 7 € in Ordnung. Der Club ist zwar nicht sehr groß, aber sein Ambiente hat mir gefallen. Die Besucher waren auch alle ziemlich gut drauf. Die Tonqualität ist auch OK. Wer schönen Hip Hop hören will, ist hier genau richtig. Aber da lag das Problem. Hip Hop wollten wir eigentlich nicht hören.

Und damit komme ich zum Negativen: Es wurde auch Elektronische Musik gespielt – zum Schluss sogar ausreichend. Allerdings war die Qualität maximal Durchschnitt – Schade. Das lässt sich noch verbessern. Der Eintritt war zwar OK. Dafür fand ich die Preise für die Getränke ganz schön hoch. Gut, vielleicht ist das normal in Nürnberg, aber da muss ich mich noch dran gewöhnen.

Fazit: Ein netter kleiner Club mit gutem Hip Hop, aber teilweise schlechte Elektro-Musik. Ich denke, dass es in Nürnberg in Bezug auf elektronische Musik bestimmt bessere Clubs gibt. Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.

 

Bürgerbegehren in Bayern:

Die nächste Stufe im Volksentscheid zur Abschaffung der Studiengebühren wurde in Bayern erfolgreich bewältigt. Die geforderten 10 % an Unterschriften wurden deutlich überschritten. Jetzt kommt es auf den Bayerischen Landtag an. Es muss jetzt für oder gegen die Abschaffung der Studiengebühren abstimmen. Sollte er gegen die Abschaffung sein, kommt es zum Volksentscheid.

Aber genau diese Abstimmung im Landtag scheint sehr interessant zu werden. Während die CSU sogar mit den Oppositionsparteien für die Abschaffung stimmen würde, droht die FDP sogar mit dem Ende der Koalition. Denn die FDP will die Studiengebühren nicht abschaffen.  Nach der FDP soll halt die Bildung vom Geldbeutel abhängig sein. Da kann man nur hoffen, dass die CSU den Mut hat, für die Abschaffung zu stimmen. Vielleicht gibt es dann viel früher Neuwahlen in Bayern.

 

Südthüringer Landräte (Hildburghausen und Sonneberg) wollen nach Bayern:

Als ich diese Nachrichten sah, war ich ganz schön baff. Jetzt soll ich doch noch als Bayer eingebürgert werden. Zur Erklärung: In bin in Hildburghausen geboren und somit ein „Ossi-Franke“. Südthüringen gehört historisch gesehen zu den Franken. Aber dies soll nur rein informativ sein.

Worum geht es wirklich?

Kurz gesagt, geht es um die Jobs der beiden CDU-Landräte in Hildburghausen und Sonneberg. Die haben seit mehreren Jahren nicht anderes gemacht, als Landrat zu sein. Über deren Arbeit will ich mich jetzt nicht äußern. Ich wäre nur sehr froh, wenn wir diesen Landrat aus Hildburghausen nicht mehr ertragen müssten.

Aber warum müssen die beiden sich Angst um Ihren Job machen?

Das Land Thüringen hat sehr viele Schulden. Es muss sparen.  Nun sinken auch die Bevölkerungszahlen. Das ist aber normal. In einer Region, wo man im Durchschnitt um die 7 €/Stunde verdient, bleibt man nicht lange, wenn man woanders für die gleiche Arbeit das Doppelte verdienen kann. Auf jeden Fall hat Thüringen im Bezug auf die Bevölkerungsanzahl zu viele Kreise, die einfach zu viel Geld kosten. Deswegen wurde eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge für eine neue Kreisgebietsreform unterbreitet. Dabei kam folgendes raus: Die Kreise Sonneberg und Hildburghausen sollen mit der kreisfreien Stadt Suhl fusionieren. Damit ist klar, warum die beiden Landräte sich jetzt beschweren. Sie würden dann nicht mehr benötigt werden.

Ich bin für diese Reform. Sie ist dringend notwendig. Ein Wechsel nach Bayern würde die Probleme nur auf ein anderes Bundesland
verschieben. Zudem ist so ein Wechsel laut Grundgesetz sehr schwer. Es müssen neue Staatsverträge zwischen Bayern und Thüringen unterschrieben werden und Volksentscheide müssen ebenfalls durchgeführt werden und das alles, weil zwei in die Jahre gekommene Landräte nicht Ihren Job aufgeben wollen – einfach nur lächerlich!

 

Sexismus:

Kommentar von Laura:

„Engagierter Artikel, Respekt. Als emanzipierte Frau fragt man sich natürlich, warum (nicht in diesem Blog!!!) von der bloggenden Herrenwelt Brüderlegate vollkommen ignoriert wird. Für die sozial Schwachen kämpfen immer, aber die Frauen an den Herd, nicht wahr, Herr Bauckmann?

Ich will nicht unnötig provozieren, würde mich aber über einen ausführlichen Artikel dazu freuen.“

Sexismus ist ein schwieriges Thema und ich hab mir lange überlegt, ob ich mich dazu äußere. Äußerungen können ganz schnell missverstanden werden und schnell wird man in eine bestimmte Ecke geschoben.

Erstmal möchte ich die Frage klären, was Sexismus bedeutet?

Laut Wikipedia stehen verschiedene Definitionen von Sexismus nebeneinander. Beispiele:

  • in der Psychologie und Sozialpsychologie wird Sexismus häufig über vorurteilsbesetzte (negative) Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund ihres Geschlechts oder noch breiter als „stereotype Einschätzung,      Bewertung, Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person allein auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit“ definiert. Diese Definitionen umfassen auch Stereotypisierungen, Abwertungen und Diskriminierungen gegenüber Männern.
  • Im postfeministischen Diskurs wird Sexismus sehr viel weiter gehend definiert. Hier wird es als Sexismus betrachtet, von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Verwandt mit diesem Ansatz sind die Diskussionen um die heterosexistische Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Menschen, die nicht ins gängige Geschlechterkonzept passen.
  • In der soziologischen Forschung wird mehr der strukturelle Aspekt des Sexismus betont (siehe auch Strukturfunktionalismus, sozialerStatus). Hier heißt es, Sexismus sei kulturell bedingt, institutionell verankert und individuell verinnerlicht. Es sei ein      weitergetragenes Denken, Glauben, Meinen und ein Handeln als gesellschaftliche Praxis, welches Männer privilegiere und Frauen unterwerfe. Hierdurch werde das Tun von Frauen abgewertet und Frauen und Männer würden auf bestimmte Rollen festgeschrieben. Dieser Ansatz betont die Mechanismen eines diskriminierenden Gesellschaftssystems, hier des Patriarchats, und untersucht die Verschränkungen von Sexismus mit anderen Kritikansätzen an der Herrschaft einiger wie Altersdiskriminierung (englisch: „ageism“).

Da brauch ich nicht viel dazu zu sagen. Nach diesen Definitionen lehne ich Sexismus natürlich ab!

Warum wird Sexismus gerade sehr häufig in den deutschen Medien besprochen?

Das liegt an Rainer Brüderle, der eine Reporterin am späten Abend in einer Bar anmachte und trotz Abweisung nicht mit dem Baggern aufhörte. Ein Skandal war passiert.

Nun frage ich mich: Wie diese Debatte bei Frauen angenommen wird?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich in den letzten Tagen einige Gespräche mit Frauen unterschiedlichsten Alters geführt. Dabei kam raus, dass die ganze Diskussion völlig übertrieben wird. Im Bezug auf Brüderle sagte die Mehrheit, dass das Flirten nicht das Schlimme sei, sondern die herabwürdigen Äußerungen, die trotz Abweisungen dann kamen. Da stimme ich diesen Frauen zu.

Ich fragte dann aber auch: Was wäre gewesen, wenn die Anmache von Brüderle erfolgt gehabt hätte?

Auch hier waren die Antworten sehr identisch. „Nichts!“

Die Antwort zeigte mir, dass Anmachen, Flirten usw., das nicht mit Sexismus gleich zu setzen ist, eigentlich in weiten Teilen der Gesellschaft, egal ob Mann oder Frau, akzeptiert ist. Aber das alles hat seine Grenzen, die Brüderle deutlich überschritten hat. In dem Fall kann man vom Sexismus sprechen und ist natürlich ganz klar abzulehnen!

PS. Hinweis zum Kommentar:

Laura, wenn Sie meinen Artikel über das Betreuungsgeld lesen, werden Sie schnell zu dem Ergebnis kommen, dass ich nicht die Meinung vertrete, dass Frauen an den Herd gehören!

Sicherlich deckt mein Artikel nicht den ganzen Bereich über Sexismus ab. Ich denke aber, dass er eine gute Grundlage für eine Diskussion ist. Freue mich auf sachliche Kommentare!

 

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4 Kommentare zu Bundesliga; Club 360°; Studiengebühren in Bayern; Kreisgebietsreform; Sexismus

  1. Christian Benst sagt:

    Ziemlich tote Hose hier… Vom einstigen absoluten In-It-Blog zur Bedeutungslosigkeit, schade.

    • admin sagt:

      Stimme Dir leider zu. Würde gerne wieder mehr bloggen. Aber wie ich in der ersten Monaten festgestellt habe, braucht man für das regelmäßige Verfassen von Artikel eine Menge Zeit, die ich momentan einfach nicht habe. Leider!

  2. Christian Benst sagt:

    Wirklich schade, hab den Blog immer gern gelesen. Hoffe, dass es bald wieder weiter geht. Drücke dir die Daumen für den neuen Lebensabschnitt. Man sieht sich…

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