Staatliche Finanzierung der Kirchen

Artikel-Wunsch von „Baucki-Fan“

Erstmal verurteile ich den Amoklauf vom Freitag und trauere mit den Familien der Opfer! Ich kann nur hoffen, dass die USA endlich aufwacht und schärfere Waffengesetze beschließt. Solche kranken Menschen gab und wird es immer wieder geben. Man muss als Staat und somit auch als Gesellschaft verhindern, dass solche Menschen sich zum Beispiel einfach Sturmgewehre kaufen und unschuldige Kinder erschießen. Das muss aufhören!!! Umso erschreckender ist die Aussage der Waffenlobby. Die meinte, dass Lehrer bewaffnet gehören. Man sieht, dass diese Lobby nichts kapiert hat und dass Geld mehr zählt als das Leben eines Menschen. Frage mich immer wieder, wieviel Amokläufe noch stattfinden müssen, bis sich etwas verändert. Am Dienstag gab es schon wieder einen mit drei Toten.

Jetzt aber zum Thema:

In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, in dem der Staat die „Kirchen“ subventioniert. In Zeiten, wo trotz gutem Wirtschaftswachstum die Neuverschuldung steigt, muss überprüft werden, welche Subventionen noch Sinn machen. Dabei muss man bedenken, dass die Kirche eine sehr reiche Organisation ist.

Welche Subventionen bestehen da?

Ich möchte da auf zwei näher eingehen.

Für Steuerpflichtige gibt es Möglichkeiten Spenden an gemeinnützige Vereine (darunter viele kirchliche Einrichtungen) sowie die gezahlte Kirchensteuer als Sonderausgabe (Bedingung: Es ist mehr Kirchensteuer in einem Jahr gezahlt als erstattet wurden)  von der Steuer abzusetzen. Dagegen habe ich nichts.

Mich stören eher die positiven Staatsleistungen. Darunter versteht man laut Wikipedia Leistungen vor allem der Bundesländer, die auf Entschädigungszahlungen für Grundbesitz und Vermögen beruhen, der den Kirchen unter anderem im Zuge des  Reichsdeputationshauptschlusses 1803 enteignet wurde. Zu den wichtigsten Staatsleistungen gehören z.B. Bauzuschüsse für kirchliche Gebäude (Kirchenbaulast) oder Dotationen (Zuschüsse für die Personalausgaben). Dieser Vorgang ist in Artikel 140 GG geregelt, hat somit noch bestand und kostet dem Steuerzahler mehrere hundert Millionen € pro Jahr.

Um die Frage vom „Baucki-Fan“ zu beantworten. Diese Art von Subvention lehne ich ab. Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung für ein Geschehen haftet, welches schon über 200 Jahre zurück liegt. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass das „Opfer“ damals wie heute eine sehr reiche Organisation ist. Dieses Gesetz bedarf einer dringenden Reform. Aber ob sich dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit findet, ist wohl eher nicht der Fall.

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Kommentare zu Staatliche Finanzierung der Kirchen

  1. Yasmin al-Ginziya sagt:

    Hi, ich will den Faden der letzten Diskussion nochmal aufgreifen. Ich sehe es ähnlich, dass hier die Position der Frau stark unterrepräsentiert ist und würde mir entsprechend mehr Artikel dazu wünschen. Z.B. was hälst du von einer gesetzlichen Quotierung des Frauenanteils in Führungspositionen? Ich wäre auch dafür den Fußball zu quotieren und gemischte Teams einzuführen. Frauen sind Männern nämlich in jeglicher Hinsicht ebenbürtig. Stimmst du dem zu? Alles wäre andere wäre meiner Meinung nach Diskriminierung! (und das im 21. Jh….)

    Ich finde außerdem, dass hier einige Minderheiten ganz klar unterrepräsentiert sind. Ich z.B. habe „Migrationshintergrund“, bin lesbisch und zu 30% „behindert“ und dann auch noch Frau. Derartige realweltliche Dinge werden hier vollkommen ausgeblendet, stattdessen nur heile Welt und so. Bist du Rassist oder so? (bitte nicht übel nehmen) Würde mir mehr dazu wünschen. Sprich dich bitte mal über die wahren Probleme dieser Welt und nicht nur über Luxusprobleme im Spätkapitalismus. Bitte mehr investigativen Journalismus. Alles andere kriege ich auch bei Spiegel Online und Co.!

    Grüße, Yasmin

    • admin sagt:

      Yasmin, ich bin für eine gesetzliche Quotierung des Frauenanteils in Führungspositionen. Leider hat die Wirtschaft es nicht geschafft, selbstständig für ein ausgeglichenes Verhältnis zu sorgen. Die Zahlen in den DAX-Unternehmen sprechen ja Bände. Auf Freiwilligkeit zu setzen, wie es Frau Schröder will, hat ja bisher „super“ funktioniert. Ich denke, dass der Gesetzgeber hier gefordert ist!

      Beim Fußball kann ich dir nicht ganz zustimmen. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich großer Fan des Frauenfußballs bin. Dem USV Jena drücke ich jedes Mal die Daumen und freue mich dann riesig über Punkte! Das Aufstellung von gemischten Teams gibt es schon. Zwar wird damit kein professioneller Sport betrieben. Es ist eher eine Angelegenheit für Fußballturniere oder Wohltätigkeits-Veranstaltungen.

      Eine Quotierung im Profifußball lehne ich aber ab. Es ist nicht verboten, dass Frauen in Männerbetrieb spielen dürfen. Das ist auch gut so. Aber es gibt schon Gründe, warum es im Profi-Bereich keine gemischten Teams gibt. Ich denke, dass man den professionellen Frauenfußball nicht mit dem professionellen Männerfußball vergleichen darf. Es bestehen in diesem Bereich einfach zu große körperliche Unterschiede. Habe selber schon Erfahrungen gemacht, als eine Herren C-Juniorenmannschaft (um die 15 Jahre) eine erwachsene Frauen-Bundesligamannschaft an die Wand gespielt hat. Die Frauen würden sich selber damit keinen Gefallen machen. Ich schaue mir gerne Fußballspiele von Frauen und Männern an und finde es besser, dass es im Profibereich keine gemischten Teams gibt! Was ich mir allerdings wünschen würde, dass der Frauenfußball (insbesondere die Frauenbundesliga) in den Medien wieder mehr Aufmerksamkeit erhält. Nach der enttäuschenden WM im eigenen Land sind die Medienberichte sehr rar geworden, was ich sehr bedauere.

      Das mit dem Rassist weiße ich zurück. Dieser Blog existiert noch nicht mal ganz 2 Monate. Da ist es doch klar, das man da noch nicht über alles und jenem geschrieben hat. Das kommt mit der Zeit. Über die eheliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare, was ja auch dich betrifft, habe ich schon geschrieben und sicherlich werden irgendwann auch noch Artikel über Behinderung und Migration folgen. Davon auszugehen, dass ich ein Rassist bin, nur weil das eine oder andere Thema noch nicht angesprochen wurde, halte ich für übertrieben und falsch. Ich bin ein sehr toleranter Mensch und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es teilweise Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Land haben. Dies bedauere ich sehr.

  2. tchecker sagt:

    Frauen in Vorständen? In Wirtschaftsunternehmen werden Führungskräfte nach Qualifikation ausgesucht und nicht nach Geschlecht. Genau das ist doch der Punkt, den viele nicht sehen und nur sinnlos nach Gleichmacherei brüllen. leider auch in diesem sonst sehr guten Blog. Stelle dir mal vor, du wirst nicht beförderst, weil eine Frau, die schlechtere Leistung bringt, befördert werden muss. Ich halte gar nichts davon.

    An manchen Stellen sollte nicht nur dem Mainstream nachplappern, sondern mal selbst nachdenken, oder?

    Außerdem bezweifele ich ganz stark, dass lesbische, behinderte Frauen mit Migrationshintergrund unter deinen Lesern sind. Das ist doch ein Fake Account.

    • admin sagt:

      Ob es bei der Verteilung von Führungskräften in unseren großen Wirtschaftsunternehmen immer nach Qualifikation geht, bezweifle ich. Da spielen auch mal andere Faktoren eine Rolle. Wenn man deinen Kommentar liest, bekomme ich das Gefühl nicht los, dass du alle Frauen in eine Ecke schiebst. Ich hoffe, dass das nicht so ist.

      Laut Spiegel Online ergibt sich ein durchschnittlicher Frauenanteil in Führungsetagen der DAX-Unternehmen von 15 %. (VW = 5%; Adidas = 25%). Das ist mir zu wenig. Ich bin jetzt nicht für eine radikale Frauenquote (z.B. bis 2014 50 % Frauenanteil). Dann würde ich Dir Recht geben. Mein Vorschlag wäre eine eine verbindliche Frauenquote bis 2020 von mind. 40 %. Ich denke, dass es genug Zeit ist, genug Führungskräfte egal welchen Geschlechts mit den nötigen Qualifikationen auszubilden.

      Ich denke nicht, dass ich einfach nur dem Mainstream nachplappere. Ich kann schon nachdenken und differenzieren. Aber in diesem Falle bin ich schon dafür, diesen Unternehmen ein Bisschen nachzuhelfen.

      Eine Beurteilung, ob ein Fake-Account vorliegt oder nicht, ist nicht immer einfach und steht mir in diesem Fall auch nicht zu. Stell dir mal vor, Yasmin ist kein Fake und ich nehme diesen Kommentar nicht so Ernst wie z.B. deine Kommentare. Dann ist hier die Hölle los.

      Außerdem hat Yasmin wichtige Themen angesprochen. Da ist es mir egal, ob ein Fake-Account vorliegt oder nicht.

      • Yasmin al-Ginziya sagt:

        Also bei Tchecker merkt man ganz klar, dass der keine Ahnung von der realen Welt hat. Wer sich nicht vorstellen kann, dass es schwarze, lesbische Behinderte gibt, der ist meiner Meinung nach ein (XXX). Spiel doch weiter heile Welt, Alter!

        (Beitrag geändert, wegen beleidigende Äußerung)

  3. tchecker sagt:

    Soso.
    Ich bin kein Fußballfan, aber du hast ja offensichtlich einen sehr großen Sachverstand in diesem Bereich. Was sagst du dazu: http://www.spiegel.de/sport/fussball/champions-league-auslosung-grafik-zeigt-gleiche-paarungen-a-874109.html

    Kommt mir sehr komisch vor. Da ich deinem Urteil vertraue , bin ich auf deine Meinung gespannt.
    Über Gleichstellung brauchen wir uns ja nicht mehr unterhalten, hehe. Sonst cooler Blog,sprachlich top, inhaltlich regt er immer zum Nachdenken an.

    • admin sagt:

      Habe es heute Morgen schon gelesen. Entweder ist das purer Zufall oder der nächste Manipulationsskandal im Fußball. Ich kann es nicht sagen. Auf jeden Fall ist die Wahrscheinlichkeit für so einem Fall sehr gering.

      Ich bin mal auf die Erklärung der UEFA gespannt.

      Die ganze Angelegenheit hat auf jeden Fall einen faden Beigeschmack.

      Man kann im Sinne des Fußball nur hoffen, dass da alles legal abgelaufen ist.

  4. Robbi sagt:

    Hi, nix los hier oder was? Dabei wäre doch gerade jetzt freie Zeit genug für das Schreiben. Schade 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.