Präsidentenwahl in den USA

Das amerikanische Volk hat es geschafft. Nach einem niveaulosen, viel zu teuren und nervenden Wahlkampf hat Barrack Obama die Wahl doch am Ende deutlich gewohnen. Laut Welt.de kostete der Wahlkampf, der mich gelegentlich an das Nachmittagsfernsehprogramm einiger deutscher Privatsender erinnert, rund 6 Milliarden Euro. Mir wäre lieber gewesen, man hätte, angesichts der assozialen Zustände in einigen Teilen der USA sowie den über 15 Billionen $ Staatsschulden, dieses Geld lieber in sinnvolle soziale Projekte zu investieren. Sowas wird wohl leider nie in den USA passieren. Mich würde es nicht wundern, falls jemand mal so etwas dort wagen sollte, dass man dann als Kommunist fertig gemacht wird. Selbst Obama wurde schon als Kommunist bezeichnet, was natürlich totaler Schwachsinn ist. Aber zurück zur Wahl!

Als ich heute Morgen bei der Fahrt zur Arbeit die Nachrichten im Radio hörte, war ich erst sehr erfreut und dann doch wieder enttäuscht. Obama hat die Wahl gewonnen. Das war die gute Nachricht. Die schlechte war, dass die Republikaner wieder in einem der beiden Kammern die Mehrheit haben. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Dies bedeutet nämlich, dass Obama wieder auf Kompromisse der Reps angewiesen ist und wie sinnvoll die bisherigen Kompromisse waren, wissen wir alle. Schon Ende des Jahres muss die Schuldenbremse wieder erhöht werden. Dies ist immer das beste Beispiel, wie wirkungslos eine im Gesetz verankerde Schuldenbremse ist. Zwar hört sich der Name „Schuldenbremse“ sehr gut an. Nur bekämpft diese halt nicht Schulden. Sie gibt nur eine Grenze an und wenn diese überschritten wird, ist Schicht im Schach. Nun sollte man denken, dass man somit eine Regierung zu einer sinnvollen sozialen Ein- und Ausnahmepoltik treibt. Wie wir aber bei den Amerikanern sehen, ist dies nicht der Fall.

Nun komme ich aber zu Mitt Romney. Ich bin froh, dass uns dieser Mensch und seine Reps erspart geblieben sind. Meine Ablehnung erfolgt durch Ihre ideologische und politische Einstellung. In einem Land, in dem 1 % 90 % des Vermögen besitzen, dessen Infrastruktur marode ist, wo die Armut in vielen Regionen überhand gewinnt und dass so viele Schulden hat, ist es kontraproduktiv, zum Beispiel Steuersenkungen für Reiche zu fordern und gleichzeitig die ohnehin schon kaum vorhanden Sozialleistungen kürzen zu wollen. Dann verspricht man den Himmel auf Erden mit zum Beispiel 8 Millionen neue Jobs, ohne uns zu erklären, wie diese erschaffen werden sollen. Dazu kommen seine Aussagen in Interviews oder zufällig aufgenommenen Mitschnitte sowie seiner indirekten Aussage, Krieg gegen den Iran zu führen. Wär die Hälfte der Bevölkerung eines Landes, das er Regieren wollte, als Sozialschmarotzer bezeichnet, hat meiner Ansicht nach, nichts in so einem hohen Amt zu suchen.

Obama ist anders. Ich habe einige seiner Reden gehört. Sie sind nüchtern und realistisch. Er würde gern die Infrastruktur verbessern oder die Steuern für Reiche erhöhen. Leider werden diese Vorhaben durch völlig Realitätsferne Republikaner verhindert.

Zum Schluss gratuliere ich Obama zum Wahlsieg und wünsche ihm für die kommenden vier Jahre viel Erfolg! Ich hoffe, dass Obama seinem Friedensnobelpreis gerecht wird bzw, bleibt.

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6 Kommentare zu Präsidentenwahl in den USA

  1. krissi a. sagt:

    danke für diesen Artikel, war schön zu lesen. sehr differenzierte und tiefgründige Darstellung. du hast auf jeden fall das zeug zum Journalisten.

  2. Denni sagt:

    Moin! Coole Site, klasse Beiträge. Weiter so!

  3. Mandy i. sagt:

    Cooler Blog. Hat mir eine Freundin empfohlen.
    Du musst unbedingt mal ein Foto veröffentlichen. Bin gespannt, ob du auch so gut aussiehst wie du schreibst. Lg

    • admin sagt:

      Danke. 🙂

      Ein anderes Startbild ist in Arbeit. Wie es genau aussieht, kann ich jetzt noch nicht sagen. Kann sein, das ich dann darauf zu sehen bin.
      Aber nen Bissel Zeit benötige ich noch.

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